
Bart- & Schnurrbarttransplantation
Dass in Filmen und Serien zunehmend Hauptdarsteller mit Bart zu sehen sind, hat auch die Bart- und Schnurrbarttransplantation stärker in den Fokus gerückt. Diese Behandlung, die nicht nur bei türkischen, sondern auch bei arabischen Männern sehr gefragt ist, lässt sich in drei Bereiche gliedern: Bart, Schnurrbart und Koteletten.
Dabei werden Haarwurzeln aus der Kopfhaut in jene Bereiche von Bart und Schnurrbart verpflanzt, in denen keine oder nur sehr spärliche Haare wachsen. Wichtig ist, dass bei der Bart- und Schnurrbarttransplantation das Haar aus dem Nackenbereich als Spenderhaar dient. Wie das Kopfhaar haben auch Schnurrbarthaare eine bestimmte Wuchsrichtung: Der Schnurrbart verläuft in Bögen, der Bart zeigt im mittleren Bereich Wirbel und an den Seiten Schwünge. Deshalb muss an jeder Entnahme- und Einpflanzstelle auf die jeweils passende Richtung und den richtigen Winkel geachtet werden. Wie bei der Augenbrauentransplantation werden die Kanäle in bestimmten Winkeln von 5–10 Grad geöffnet.
Ist die Behandlung auch bei Männern ohne Bartwuchs möglich?
Die Bart- und Schnurrbarttransplantation ist auch für Patienten geeignet, bei denen im Gesicht überhaupt kein Bart- oder Schnurrbartwuchs vorhanden ist. Bei zahlreichen Patienten aus dem arabischen Raum und aus Ostasien, die mit diesem Anliegen zu uns kamen, wurde die Transplantation erfolgreich durchgeführt.
Ob der Patient dunkel- oder hellhaarig ist, hat keinerlei Einfluss auf den Behandlungsverlauf. Bei Patienten, deren Kopf- und Barthaar unterschiedliche Farben haben, ist jedoch eine sorgfältige Analyse erforderlich. Es empfiehlt sich, den Patienten vorab über das mögliche Ergebnis aufzuklären.
Wie wird die Bart- und Schnurrbarttransplantation durchgeführt?
Die Bart- und Schnurrbarttransplantation ist ein Eingriff in einer einzigen Sitzung unter örtlicher Betäubung. Er dauert etwa 4–5 Stunden und ist schmerzfrei. Am Tag nach dem Eingriff können sich im behandelten Bereich kleinere Krusten bilden, die jedoch rasch abheilen. Die Haare an den verpflanzten Wurzeln fallen nach etwa 15 Tagen aus – das ist ein normaler Vorgang. Nach drei Monaten beginnen die Haare wieder zu wachsen, und nach 6 bis 8 Monaten hat der Patient Bart und Schnurrbart in der gewünschten Fülle.
Lässt sich die Barttransplantation mit einer Haartransplantation kombinieren?
Wünscht ein Patient neben der Barttransplantation zugleich eine Haartransplantation, muss er besonders sorgfältig untersucht werden. Die Haarwurzeln im Spenderbereich sind genau zu beurteilen. Da die dort entnommenen Wurzeln sowohl für das Kopfhaar als auch für den Bart verwendet werden, ist eine entsprechend berechnete Planung notwendig. Die Transplantation muss so erfolgen, dass keine Haarwurzeln beschädigt oder vergeudet werden. Zudem sollten die für den Bart geeigneten Wurzeln für die Barttransplantation und die für das Kopfhaar geeigneten für die Haartransplantation verwendet werden. Wenn auch die Farben der Haarwurzeln richtig zugeordnet werden, können Haar- und Barttransplantation gleichzeitig erfolgen.
Wie viele Grafts werden bei einer Barttransplantation benötigt?
Die Anzahl der benötigten Grafts ist von Person zu Person unterschiedlich. Entscheidend sind die gewünschte Bartdichte bzw. die Zahl der Wurzeln, die zum Auffüllen lichter Stellen erforderlich ist. Als grober Richtwert gilt: Für die Wangen werden etwa 250–700, für die Koteletten etwa 150–250 und für die Kinnpartie etwa 550–700 Grafts benötigt.
Wie lange dauert eine Barttransplantation?
Auch das hängt von der Größe und Lichtheit des zu behandelnden Bereichs, der angestrebten Dichte und der Haardichte im Spenderbereich ab. In der Regel dauert der Eingriff zwischen 2 und 5 Stunden.